BDVI-Regionalgruppe auf Exkursion

PTS Heidenau | Außenansicht

Breites Aufgabenspektrum der Papiertechnischen Stiftung in Heidenau bei Dresden

Im Anschluss an die 27. Dresdner Verpackungstagung organisierte die bdvi-Regionalgruppe für ihre Mitglieder und interessierte Tagungsteilnehmer einen Besuch des Technikums und der Laboratorien der Papiertechnischen Stiftung (PTS) in Heidenau/Sachsen. Frau Dr. Antje Harling, Geschäftsbereichsleiterin Materialprüfung & Analytik, begrüßte die Gäste und stellte die Institution vor.

Die PTS, die 1951 in München als öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts gegründet wurde, übernahm die Aufgaben eines unabhängigenund neutralenForschungs- und Dienstleistungsinstituts zur Entwicklung und Anwendung von modernen faserbasierten Lösungen. Die Gründungsstifter waren derVerband Deutscher Papierfabriken e.V. und der Hauptverband Papier- und Kunststoffverarbeitung e.V. 1996 trat die Forschungsvereinigung Papiertechnik e. V. als weiterer Stifter bei. Unmittelbar nach der Wiedervereinigung wurde das damalige Institut für Zellstoff und Papier in Heidenau bei Dresden in die Papiertechnische Stiftung integriert und zu einem erfolgreichen zweiten Standort aufgebaut. Anfang 2017 entschied der Stiftungsrat, dass aus Wirtschaftlichkeitsgründen nur der Standort in Heidenau mit 80 Beschäftigten weiterentwickelt und der Sitz in München 2018 geschlossen wird. Unverändert bleiben die zentralen Stiftungsziele in Form der Forschung, Weiterbildung und Information, der Übernahme von Prüf-, Entwicklungs- und Projektierungsaufträgen sowie von Gutachten und Beratungen für die Papierwirtschaft. Dementsprechend konzentrieren sich die Tätigkeiten in Heidenau auf fünf Schwerpunkte:

  • Fasern & Composite
  • Verpackungen & Konformität
  • Druck & Funktionale Oberflächen
  • Innovative Messtechnik
  • Materialprüfung & Analytik

Im GeschäftsbereichFasern & Composite werden Leittechnologien und Prozesse für eine kostenoptimale Herstellung von Papier- und Verbundwerkstoffen entwickelt. Die Nutzung des rohstofflichen Potenzials unter Gewährleistung der Rezyklierbarkeit für Verpackungspapiere, graphische Papiere und Spezialpapiere stehen im Vordergrund, wenn es um die Beratung von Papierherstellern und -verarbeitern geht. Vorteil für die Kunden ist, dass nahezu alle Prozessstufen der Papierherstellung im Papier– und Fasertechnikum der PTS industrienah nachgestellt werden können. Papiertechnologische Prozesse bilden aber auch eine effiziente Grundlage, um bahnförmige Materialien als Halbzeuge für die Verarbeitung in unterschiedlichen Branchen bereitzustellen. In Kombination aus Natur- oder Synthesefasern und funktionalen Füllstoffen entstehen so vielfältige Anwendungen im Bereich Verpackung, Leichtbau, Filtration, Keramik oder Fahrzeugbau. Um Anforderungen an Fasern und Papier in der Herstellung und Verarbeitung in diesem Bereichen gerecht zu werden, nutzt die PTS unterschiedliche Verfahren zur chemischen, enzymatischen und mechanischen Modifikation der Rohstoffe.

Der Geschäftsbereich Verpackung & Konformität lässt viele Synergien mit den anderen Geschäftsbereichen entstehen. Ein wichtiges Anliegen ist es, für Unternehmen profitable Produkte und Prozesse zu entwickeln, nachhaltige und recyclinggerechte Verpackungslösungen vom Labor über die Kleinserie in der Versuchsanlage bis zur Produktion anzubieten. Bei Verbraucherverpackungen für Lebensmittel ist das Barriere-Coating vordringlich. Im Transportverpackungsbereich sind Packmittel mit Funktionen zu entwickeln, die eine höhere Wertschöpfung ermöglichen, z.B. Anti-Rutscheigenschaften haben, Korrosionsschutz ermöglichen, für Gefahrgut geeignet sind.

Auf dem Gebiet Druck & Funktionale Oberflächen wird an der Entwicklung innovativer Verfahren und Lösungen für den Strukturwandel von Printprodukten im digitalen Zeitalter, hier v. a. an der Erstellung und Validierung von Sicherheitsmerkmalen gearbeitet. Darüber hinaus stehen auch funktionale Beschichtungen im Mittelpunkt der Arbeiten. Die Spezialisten verfügen über innovative Messtechnik zur Oberflächenbewertung sowie Analyseverfahren und mathematische Modelle und bieten den Partnern zielgerichtete, schnelle Entwicklungsunterstützung an oder helfen beim Troubleshooting.

Der Bereich Innovative Messtechnik entwickelt Mess- und Auswerteverfahren für die Qualitätssicherung in der Papiererzeugung. Mit dem AP-MONITOR, dem PaperBaleSensor (PBS) und dem Balemat stehen leistungsfähige Geräte für Sortierung und Wareneingangskontrolle von Altpapier zur Verfügung. Das ebenfalls im Bereich entwickelte Mess- und Analysesystem DOMAS ist das etablierte Tool für Qualitätssicherung und Prozesssteuerung in verschiedenen Applikationen der Papierindustrie. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Aufbereitung und Nutzung der Messdaten im Sinne von „Industrie 4.0“.

Materialprüfungen und analytische Dienstleistungenwerden schon seit vielen Jahren überwiegend in Heidenau bearbeitet, wobei die Integration der Münchner Labors eine sinnvolle Ergänzung ist. Das Messen und Bewerten von Rohstoffen über das Papier bis hin zum fertigen Produkt wird in einem akkreditierten Prüflabor vorgenommen. Zu weiteren Leistungen der Abteilung gehören das Ausstellen von Bescheinigungen zur Lebensmittelunbedenklichkeit sowie Prüfungszeugnissen bzgl. der Eignung von Bürogeräten und Schreibmitteln zur Erstellung alterungsbeständiger und fälschungssicherer Dokumente. Die PTS ist eine von der Bundesanstalt für Materialprüfung anerkannte Überwachungsstelle der Herstellung von Gefahrgutverpackungen wie Säcke aus Papier, Kunststoff und Textilgewebe und Verpackungen aus Voll- und Wellpappe.Auch CEPI Ringversuche zu derzeit 75 Prüfmethoden für Zellstoff und Papier sowie ein Prüfgerätedienst werden angeboten. Letzterer kontrolliert vor Ort in Laboratorien der Papiererzeugung und Verarbeitung die Funktionstüchtigkeit und Messgenauigkeit der Prüfgeräte.

Ebenfalls weitergeführt wird die Aus- und Weiterbildung. Neben Symposien und Fachtagungen werden Inhouse-Schulungen und Seminare, bei denen auch die gerätetechnische Ausstattung der PTS genutzt wird, durchgeführt.

Es wird sowohl öffentlich geförderte Forschung als auch Auftragsforschung betrieben. Die PTS ist Mitglied der AiF, des Clusters Papierforschung, der Zuse-Gemeinschaft, der Sächsischen Industrieforschungsgemeinschaft und verfügt über ein Expertennetzwerk, das stetig durch weitere Kooperationen mit Hochschulen, Universitäten und anderen Institutionenausgebaut wird. Dementsprechend werden auch die Entwicklungsarbeiten zum Thema Streichtechnik im Heidenauer Technikum fortgeführt. Auf europäischer Ebene ist die Stiftung Partner in der FTP, einem Netzwerk für Forschung und Innovation in der Forst-, Holz-, Zellstoff- und Papierindustrie.

Abschließend konnten die Teilnehmer nach der Führung durch die Laborräume auch das Papier- und Faserstofftechnikumder PTS mit seinen europaweit einzigartigen Versuchsanlagen besichtigen, die angefangen von der Musterherstellung über die Papier- und Vlieserzeugung bis zur Hochleistungs-Faserverbundproduktion vielseitig genutzt werden können und den Kunden eine praxisnahe und innovative Entwicklung neuer Produkte und Verfahren ermöglichen.

Papier ist weiterhin in guten Händen!

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