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WGFV-Mitglieder stellen sich vor B. Friebel

Interview mit Frau Birgit Friebel, Unternehmensberaterin

Kleine Firmen müssen sich besser darstellen

"Ost-Unternehmen sind flexibel und kreativ. Doch bei der Kommunikation haben sie Nachholbedarf"
,
sagt die Beraterin Birgit Friebel aus Klipphausen.

Frau Friebel, hat das Krisenjahr 2009 den Kreis Ihrer Kunden beträchtlich erweitert?

"Nein, eigentlich nicht. Und alle Firmen, die ich betreue, existieren auch jetzt noch. Manche haben sogar wieder Mitarbeiter eingestellt. Das heißt aber nicht, dass alles schon gelaufen ist. Beispielsweise berate ich gerade ein Unternehmen, wo die Folgen der Wirtschaftskrise erst jetzt zuschlagen. Das Jahr 2010 wird auch noch so manchem Betrieb zu schaffen machen."

In welchen Regionen sind Sie als Unternehmensberaterin tätig?

"Ich betreue vor allem kleinere Firmen mit bis zu ca. 50 Mitarbeitern in Sachsen, auch einige in Südbrandenburg. Da sind die unterschiedlichsten Branchen dabei, vor allem produzieren-des Gewerbe und Dienstleistungen. Natürlich kann ich nicht alles selbst bewerkstelligen. Ich habe mir ein Netzwerk aufgebaut, arbeite beispielsweise eng mit Steuerberatern und einer Rechtsanwaltskanzlei zusammen."

Was ist Ihr Ansatz bei den Beratungen?

"Meine Erfahrung besagt, dass Konzepte sowie Businessplan zwar unabdingbar sind, genau-so wichtig sind aber deren konsequente Umsetzung sowie eine Begleitung dieser Prozesse durch Berater. Meine Spezialgebiete sind Controlling und Konsolidierung, also z. B. der Aufbau eines Frühwarnsystems, damit drohende Schieflagen rechtzeitig erkannt werden können. Voraussetzung dafür ist, dass ein Unternehmer die Stärken und Schwächen seiner Firma genau kennt."

Solche Frühwarnsysteme scheinen sich hierzulande noch nicht flächendeckend durchgesetzt zu haben.

"Das ist in der Tat so. Das hat aber auch eindeutige Ursachen. Die meisten Inhaber bzw. Geschäftsführer kleinerer Firmen sind total überlastet, haben für diesen Bereich viel zuwenig Zeit. Hinzu kommt, dass es hierzulande noch nicht so üblich ist, sich externe Berater ins Haus zu holen. Notwendig wäre es aber schon, denn noch viel zu oft wird aus dem Bauch heraus entschieden, während man sich bei allem, was mit Zahlen zu tun hat, auf den Steuerberater verlässt. Für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung kommt es aber darauf an, Zahlen, betriebliche Abläufe und Betriebsführung zu vereinen. Dazu gehört auch der Umgang mit den Banken. Unternehmer und Banker sprechen oft ganz unterschiedliche Sprachen, reden letztlich aneinander vorbei. Auch hier bringe ich meine Erfahrungen ein."

Haben ostdeutsche Kleinunternehmer besondere Defizite?

"Ich habe festgestellt, dass Unternehmer sich zwar sehr stark mit ihrem Produkt identifizieren, oft aber fehlen betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Das führt eben zu diesen vorwiegend Bauchentscheidungen, die aber auch dazu gehören. Es wird geackert und geackert, und so mancher bemerkt im Alltagsstress nicht, wie die Substanz weniger wird. Die Eigenschaft, Aufgaben zu verteilen sowie Verantwortung abzugeben, ist bei vielen zu wenig ausgeprägt. Aber als Unternehmer muss ich in der Lage sein, die Fähigkeiten und Fertigkeiten meiner Mitarbeiter optimal ins Unternehmen zu integrieren. Dazu gehört vor allem Kommunikation, die auch bei der Selbstdarstellung der Unternehmen in der Öffentlichkeit wichtig ist. Hier haben hiesige Unternehmen noch Nachholbedarf."

Welche Stärken sehen Sie?

"Ostdeutsche Firmen besitzen hohes Fachwissen sind lernfähig, flexibel und kreativ. Sie zeichnen sich durch Teamfähigkeit aus, eben das, was man früher Kollektivgeist genannt hat. Sie stehen auch Netzwerken offen gegenüber, wobei ich hier noch Reserven sehe. Beispielsweise, sollten Firmen strategische Partnerschaften bilden, um Kunden Komplettlösungen an-bieten zu können."

Was raten Sie Ihren Kunden für 2010?

"Das Jahr wird nicht leicht. Es kommt darauf an, die Liquidität zu erhalten und auf jede Veränderung im Markt sensibel zu reagieren. Das heißt auch, dass nicht unbedingt jeder Auftrag angenommen werden sollte. Es sollte sich immer rechnen. Qualität hat nun mal seinen Preis und spricht für ein zukunftsorientiertes Unternehmen. Wesentlich ist eine zeitnahe betriebs-wirtschaftliche Auswertung."

Sehen Sie auch optimistische Ansätze für das laufende Jahr?

"Optimistisch sollte jeder sein, wenn die Forderungen der Wirtschaft an die Politik erfüllt werden. Steuern und Abgaben müssen sinken, denn gerade bei kleineren Firmen bleibt unterm Strich nicht viel übrig. Eine Steuersenkung würde unter anderem bedeuten, dass die Chance sich für eine Selbstständigkeit erhöht und bessere Anreize für Neugründungen geschaffen werden. Ohne Unternehmer werden keine Arbeitsplätze geschaffen. Bestehende Unternehmen werden Wettbewerbsfähiger und für den Geschäftsablauf bzw. für Investitionen stehen mehr Liquide Mittel zur Verfügung."
PackNet

2007 fanden sich zehn Dresdner Verpackungsunternehmen und Forschungseinrichtungen zu einem Netzwerk mit der Bezeichnung PACKNET Dresden (www.packnet-dresden.de) zusammen. Die Partner des Kooperationsnetzwerkes haben sich davon leiten lassen, dass Dresden als eine Wiege des deutschen Verpackungsmaschinenebaus und der Packmittelindustrie über eine Vielzahl kleiner und mittelständischer Unternehmen verfügt, die unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen im Bereich der Verpackung anbieten und die sich künftig gemeinsam qualitativ und quantitativ herausragender Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsaufgaben widmen wollen, die zu erfüllen ein Partner allein nicht in der Lage wäre. Auf der Grundlage der Bündelung der kommerziellen Potenziale im Netzwerk bieten die Initiatoren komplexe, kundenorientierte Lösungen mit kurzen Realisierungsfristen an. Das Spektrum von PACKNET reicht von Beratungs-, Forschungs- und/oder Entwicklungsleistungen innerhalb der Wertschöpfungskette, das heißt von der Verpackungsidee bis zur produzierenden Verarbeitungs- und Verpackungslinie, von der Entwicklung der unterschiedlichen Packmittel, der Fertigung von Einzel- oder Sammelpackungen, der Bildung und Sicherung von Ladeeinheiten bis hin zur Prüfung im akkreditierten Verpackungsprüflabor. Für den Erfolg des Konzepts steht die Zusammenführung von Partnern, die über das notwendige Expertenwissen verfügen, um komplexe Aufgaben erfüllen zu können.
Gegenwärtig gehören dem Netzwerk folgende Unternehmen an:
ekk
Entwicklung + Konstruktion Körner

ekk@packnet-dresden.de
www.ek-k.de

Technische Universität Dresden / Lehrstuhl Verarbeitungsmaschinen und -technik
tud@packnet-dresden.de
www.vat.mw.tu-dresden.de

MAXROI Graphics GmbH
maxroi@packnet-dresden.de
www.maxroi.de

WGFV - Wissenschaftliche Gesellschaft für Fördertechnik und Verpackung e.V.
wgfv@packnet-dresden.de
www.wgfv.de

FALTFORMEN
Produkt+Grafikdesign

faltformen@packnet-dresden.de
www.faltformen.de

Fraunhofer AVV
avv@packnet-dresden.de
www.avv.fraunhofer.de

GVL - Gesellschaft für Verpackungstechnik und -logistik mbH
gvl@packnet-dresden.de
www.verpackungsmaschine.de

IKA Institut für Konstruktionstechnik und Anlagengestaltung
ika@packnet-dreden.de
www.ika.tz-dd.de

TECCON Gesellschaft für Konstruktion und Ingenieurtechnik mbH & Co. KG
teccon@packnet-dresden.de
www.teccon.de

Knüppel Verpackungen GmbH
knueppel@packnet-dresden.de
www.knueppel.de

KAMA GmbH
kama@packnet-dresden.de
www.kama.info

Oecopac Grunert Verpackungen GmbH
oecopac@packnet-dresden.de
www.oecopac.de

SCUS Servicecenter Umweltsimulation GmbH
scus@packnet-dresden.de
www.scus.de

Lehmann Thermoformung GmbH
info@lehmann-thermoformung.de
www.lehmann-thermoformung.de

Kröning Verpackungstechnik & Systemlösungen
kroening@packnet-dresden.de
www.kroening-dohna.de
Seminare

WGFV-Mitglieder bieten zu den Themen

Verpackung,
Verpackungsprozesse,
Drucktechnik,
Transportbeanspruchungen
und
Ladungssicherung
In-House-Seminare sowie Seminare in Dresden an.
Interessenten wenden sich bitte an vorstand@wgfv.de.
Thematische Arbeiten

Im Rahmen eines ABM-Projekts zu Schwerpunkten der Verpackungsgeschichte, das 1997 fertiggestelt wurde, liegen folgende Unterlagen in der Geschäftsstelle vor:

Papier- und Verpackungsherstellung in Sachsen
(36 Seiten nebst Anlagen)
Verpackungsmaschinenbau in Sachsen
(37 Seiten nebst Anlagen)
Interessenten können nach vorheriger Absprache Exemplare gegen eine Schutzgebühr erwerben.
Tagungsunterlagen

Die vollständigen Teilnehmer-Tagungsunterlagen aller

Dresdner Verpackungstagungen
bis 2004 können bei der WGFV bestellt werden.
Sie enthalten neben den Fachvorträgen auch die Referenten- und Teilnehmerlisten.
(zur Bestellung, - weitere Kontaktmöglichkeiten)

Ab 2005 richten Sie Ihre Nachfrage bitte an das für die Veranstaltung federführende dvi.
Berichte
Verpackungsmesse 2009 in Nürnberg - Rückblick
Bericht von unserem Vorstandsmitglied Dr. Monika Kaßmann

Mit 33.846 Fachbesuchern (2007: 33.975) schlossen am 1. Oktober die Messeverbundpartner FachPack+PrintPack+LogIntern 2009 im Messezentrum Nürnberg ihre Pforten. Strahlende Gesichter bei 1.338 Ausstellern (2007: 1.328), die solch einen Besucheransturm in diesem Jahr wahrlich nicht erwartet hatten.

Kompetenz und Praxisnähe der beliebten Verpackungsmesse zogen erneut 17 % internationale Gäste an. Sie reisten hauptsächlich aus den Nachbarländern Österreich, Schweiz, Tschechische Republik, Niederlande, Italien, Polen und Frankreich nach Nürnberg. Das Angebotsspektrum war für 95 % der Fachleute genau richtig. Besucher des Messetrios sind vor allem in den Branchen Nahrung/Genuss, Pharma/Kosmetik, verpackungs- bzw. logistiknahe Dienstleistungen, Automobilbau und -zulieferung, Chemie, Druck/Papierverarbeitung, Elektrogerätebau sowie Kunststoffverarbeitung zu Hause und in ihren Unternehmen zu fast 90 % in Beschaffungsentscheidungen eingebunden, so die Befragungsergebnisse eines unabhängigen Instituts.

Bei den Besuchsgründen steht Information über Neuheiten an erster Stelle, gefolgt von Marktorientierung, Pflege bestehender und Anbahnung neuer Geschäftskontakte, Erfahrungsaustausch, Weiterbildung, Vorbereitung von Investentscheidungen oder Vertragsabschluss. Über 62 % der FachPack-Besucher interessierten sich besonders für Packstoffe und Packmittel, 43 % für Verpackungsmaschinen, gefolgt von Packhilfsmitteln, Kennzeichnungs- und Markierungstechnik, Dienstleistungen und Verpackungsrecycling. Fachleute für interne Logistik informierten sich hauptsächlich über Lager- und Kommissioniersysteme (51 %), Lade-, Transport- und Lagerhilfsmittel (43 %), Fördersysteme sowie Identifikations-, Codier- und Warensicherungssysteme. 43 % der Besucher des Messetrios rechnen mit einem Anziehen, 30 % mit gleichbleibender Branchenkonjunktur.

Starke Messe beflügelt die Investitionserwartungen der Aussteller
Kräftig gefeiert wurde diesmal der 30. Geburtstag der "Muttermesse" FachPack, natürlich mit dem umfassenden Angebot der Aussteller, praxisnahen Sonderschauen, 70er Jahre-Jubiläumsparty und mehr. Im 30. Messejahr noch immer dabei: 23 Aussteller der ersten Stunde! Auch zahlreiche Newcomer, darunter zehn junge innovative Unternehmen an einem geförderten Gemeinschaftsstand, testeten in Nürnberg den Erfolg ihrer Produkte und Dienstleistungen.
Mit 1076 Unternehmen stark vertreten war traditionell die leistungsfähige deutsche Verpackungswirtschaft. Aber auch 262 Firmen vorwiegend aus den Niederlanden, der Schweiz, Österreich, Italien, der Tschechischen Republik, Frankreich oder Belgien präsentierten ihre Produkte und Dienstleistungen den Besuchern.

Welch vielfältige Möglichkeiten es gibt, verpackungsbezogene Logistikprozesse zu optimieren, bewiesen einmal mehr 280 Unternehmen mit LogIntern-relevantem Angebot auf der Verbundmesse. Etwa die Hälfte von ihnen positionierte sich direkt in den LogIntern-Hallen 4A und 4. Über 94 % der ausstellenden Logistik-Anbieter zogen eine positive Bilanz ihrer Messebeteiligung.

Messetrio mit erheblichem Mehrwert
Insgesamt zehn Sonderschauen ergänzten das Angebot der Aussteller. Die wichtigste Präsentation der FachPack auf rund 1.350 m² widmete sich dem Thema "Nachhaltig Produzieren und Verpacken". 36 Aussteller aus den Bereichen Verpackungsmaschinen, Packmittelproduktion und Recycling zeigten, mit welchen Neuheiten sie sich den Herausforderungen von Klimawandel und knapperen Ressourcen stellen. Sie gaben den über alle drei Tage stets zahlreichen Besuchern praxisnahe Tipps, wie diese guten Ideen im eigenen Unternehmen umgesetzt werden können.

Mehr als 300 Gäste verfolgten die feierliche Verleihung des Deutschen Verpackungspreises 2009. Das Deutsche Verpackungsinstitut (dvi) zeichnete 20 Neuentwicklungen aus 18 Unternehmen und zwei studentische Arbeiten aus, die am Messestand des dvi zu bestaunen waren. Der renommierte Wettbewerb ist seit 46 Jahren anerkanntes Forum für Verpackungsinnovationen und gilt als Entree zum Worldstar Packaging Award, der internationalen Leistungsschau der Branche.

FachPack+PrintPack+LogIntern 2010 finden vom 28.-30. September im Messezentrum Nürnberg statt.