Impressum Kontakt März 2011
Fachinformationen
WGFV-Mitglieder stellen sich vor
PackNet Thematische Arbeiten Tagungsunterlagen Literatur Seminare
WGFV-Mitglieder stellen sich vor B. Friebel

Interview mit Frau Birgit Friebel, Unternehmensberaterin

Kleine Firmen müssen sich besser darstellen

"Ost-Unternehmen sind flexibel und kreativ. Doch bei der Kommunikation haben sie Nachholbedarf"
,
sagt die Beraterin Birgit Friebel aus Klipphausen.

Frau Friebel, hat das Krisenjahr 2009 den Kreis Ihrer Kunden beträchtlich erweitert?

"Nein, eigentlich nicht. Und alle Firmen, die ich betreue, existieren auch jetzt noch. Manche haben sogar wieder Mitarbeiter eingestellt. Das heißt aber nicht, dass alles schon gelaufen ist. Beispielsweise berate ich gerade ein Unternehmen, wo die Folgen der Wirtschaftskrise erst jetzt zuschlagen. Das Jahr 2010 wird auch noch so manchem Betrieb zu schaffen machen."

In welchen Regionen sind Sie als Unternehmensberaterin tätig?

"Ich betreue vor allem kleinere Firmen mit bis zu ca. 50 Mitarbeitern in Sachsen, auch einige in Südbrandenburg. Da sind die unterschiedlichsten Branchen dabei, vor allem produzieren-des Gewerbe und Dienstleistungen. Natürlich kann ich nicht alles selbst bewerkstelligen. Ich habe mir ein Netzwerk aufgebaut, arbeite beispielsweise eng mit Steuerberatern und einer Rechtsanwaltskanzlei zusammen."

Was ist Ihr Ansatz bei den Beratungen?

"Meine Erfahrung besagt, dass Konzepte sowie Businessplan zwar unabdingbar sind, genau-so wichtig sind aber deren konsequente Umsetzung sowie eine Begleitung dieser Prozesse durch Berater. Meine Spezialgebiete sind Controlling und Konsolidierung, also z. B. der Aufbau eines Frühwarnsystems, damit drohende Schieflagen rechtzeitig erkannt werden können. Voraussetzung dafür ist, dass ein Unternehmer die Stärken und Schwächen seiner Firma genau kennt."

Solche Frühwarnsysteme scheinen sich hierzulande noch nicht flächendeckend durchgesetzt zu haben.

"Das ist in der Tat so. Das hat aber auch eindeutige Ursachen. Die meisten Inhaber bzw. Geschäftsführer kleinerer Firmen sind total überlastet, haben für diesen Bereich viel zuwenig Zeit. Hinzu kommt, dass es hierzulande noch nicht so üblich ist, sich externe Berater ins Haus zu holen. Notwendig wäre es aber schon, denn noch viel zu oft wird aus dem Bauch heraus entschieden, während man sich bei allem, was mit Zahlen zu tun hat, auf den Steuerberater verlässt. Für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung kommt es aber darauf an, Zahlen, betriebliche Abläufe und Betriebsführung zu vereinen. Dazu gehört auch der Umgang mit den Banken. Unternehmer und Banker sprechen oft ganz unterschiedliche Sprachen, reden letztlich aneinander vorbei. Auch hier bringe ich meine Erfahrungen ein."

Haben ostdeutsche Kleinunternehmer besondere Defizite?

"Ich habe festgestellt, dass Unternehmer sich zwar sehr stark mit ihrem Produkt identifizieren, oft aber fehlen betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Das führt eben zu diesen vorwiegend Bauchentscheidungen, die aber auch dazu gehören. Es wird geackert und geackert, und so mancher bemerkt im Alltagsstress nicht, wie die Substanz weniger wird. Die Eigenschaft, Aufgaben zu verteilen sowie Verantwortung abzugeben, ist bei vielen zu wenig ausgeprägt. Aber als Unternehmer muss ich in der Lage sein, die Fähigkeiten und Fertigkeiten meiner Mitarbeiter optimal ins Unternehmen zu integrieren. Dazu gehört vor allem Kommunikation, die auch bei der Selbstdarstellung der Unternehmen in der Öffentlichkeit wichtig ist. Hier haben hiesige Unternehmen noch Nachholbedarf."

Welche Stärken sehen Sie?

"Ostdeutsche Firmen besitzen hohes Fachwissen sind lernfähig, flexibel und kreativ. Sie zeichnen sich durch Teamfähigkeit aus, eben das, was man früher Kollektivgeist genannt hat. Sie stehen auch Netzwerken offen gegenüber, wobei ich hier noch Reserven sehe. Beispielsweise, sollten Firmen strategische Partnerschaften bilden, um Kunden Komplettlösungen an-bieten zu können."

Was raten Sie Ihren Kunden für 2010?

"Das Jahr wird nicht leicht. Es kommt darauf an, die Liquidität zu erhalten und auf jede Veränderung im Markt sensibel zu reagieren. Das heißt auch, dass nicht unbedingt jeder Auftrag angenommen werden sollte. Es sollte sich immer rechnen. Qualität hat nun mal seinen Preis und spricht für ein zukunftsorientiertes Unternehmen. Wesentlich ist eine zeitnahe betriebs-wirtschaftliche Auswertung."

Sehen Sie auch optimistische Ansätze für das laufende Jahr?

"Optimistisch sollte jeder sein, wenn die Forderungen der Wirtschaft an die Politik erfüllt werden. Steuern und Abgaben müssen sinken, denn gerade bei kleineren Firmen bleibt unterm Strich nicht viel übrig. Eine Steuersenkung würde unter anderem bedeuten, dass die Chance sich für eine Selbstständigkeit erhöht und bessere Anreize für Neugründungen geschaffen werden. Ohne Unternehmer werden keine Arbeitsplätze geschaffen. Bestehende Unternehmen werden Wettbewerbsfähiger und für den Geschäftsablauf bzw. für Investitionen stehen mehr Liquide Mittel zur Verfügung."
PackNet

2007 fanden sich zehn Dresdner Verpackungsunternehmen und Forschungseinrichtungen zu einem Netzwerk mit der Bezeichnung PACKNET Dresden (www.packnet-dresden.de) zusammen. Die Partner des Kooperationsnetzwerkes haben sich davon leiten lassen, dass Dresden als eine Wiege des deutschen Verpackungsmaschinenebaus und der Packmittelindustrie über eine Vielzahl kleiner und mittelständischer Unternehmen verfügt, die unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen im Bereich der Verpackung anbieten und die sich künftig gemeinsam qualitativ und quantitativ herausragender Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsaufgaben widmen wollen, die zu erfüllen ein Partner allein nicht in der Lage wäre. Auf der Grundlage der Bündelung der kommerziellen Potenziale im Netzwerk bieten die Initiatoren komplexe, kundenorientierte Lösungen mit kurzen Realisierungsfristen an. Das Spektrum von PACKNET reicht von Beratungs-, Forschungs- und/oder Entwicklungsleistungen innerhalb der Wertschöpfungskette, das heißt von der Verpackungsidee bis zur produzierenden Verarbeitungs- und Verpackungslinie, von der Entwicklung der unterschiedlichen Packmittel, der Fertigung von Einzel- oder Sammelpackungen, der Bildung und Sicherung von Ladeeinheiten bis hin zur Prüfung im akkreditierten Verpackungsprüflabor. Für den Erfolg des Konzepts steht die Zusammenführung von Partnern, die über das notwendige Expertenwissen verfügen, um komplexe Aufgaben erfüllen zu können.
Gegenwärtig gehören dem Netzwerk folgende Unternehmen an:
ekk
Entwicklung + Konstruktion Körner

ekk@packnet-dresden.de
www.ek-k.de

Technische Universität Dresden / Lehrstuhl Verarbeitungsmaschinen und -technik
tud@packnet-dresden.de
www.vat.mw.tu-dresden.de

MAXROI Graphics GmbH
maxroi@packnet-dresden.de
www.maxroi.de

WGFV - Wissenschaftliche Gesellschaft für Fördertechnik und Verpackung e.V.
wgfv@packnet-dresden.de
www.wgfv.de

FALTFORMEN
Produkt+Grafikdesign

faltformen@packnet-dresden.de
www.faltformen.de

Fraunhofer AVV
avv@packnet-dresden.de
www.avv.fraunhofer.de

GVL - Gesellschaft für Verpackungstechnik und -logistik mbH
gvl@packnet-dresden.de
www.verpackungsmaschine.de

IKA Institut für Konstruktionstechnik und Anlagengestaltung
ika@packnet-dreden.de
www.ika.tz-dd.de

TECCON Gesellschaft für Konstruktion und Ingenieurtechnik mbH & Co. KG
teccon@packnet-dresden.de
www.teccon.de

Knüppel Verpackungen GmbH
knueppel@packnet-dresden.de
www.knueppel.de

KAMA GmbH
kama@packnet-dresden.de
www.kama.info

Oecopac Grunert Verpackungen GmbH
oecopac@packnet-dresden.de
www.oecopac.de

SCUS Servicecenter Umweltsimulation GmbH
scus@packnet-dresden.de
www.scus.de

Lehmann Thermoformung GmbH
info@lehmann-thermoformung.de
www.lehmann-thermoformung.de

Kröning Verpackungstechnik & Systemlösungen
kroening@packnet-dresden.de
www.kroening-dohna.de
Seminare

WGFV-Mitglieder bieten zu den Themen

Verpackung,
Verpackungsprozesse,
Drucktechnik,
Transportbeanspruchungen
und
Ladungssicherung
In-House-Seminare sowie Seminare in Dresden an.
Interessenten wenden sich bitte an vorstand@wgfv.de.
Thematische Arbeiten

Im Rahmen eines ABM-Projekts zu Schwerpunkten der Verpackungsgeschichte, das 1997 fertiggestelt wurde, liegen folgende Unterlagen in der Geschäftsstelle vor:

Papier- und Verpackungsherstellung in Sachsen
(36 Seiten nebst Anlagen)
Verpackungsmaschinenbau in Sachsen
(37 Seiten nebst Anlagen)
Interessenten können nach vorheriger Absprache Exemplare gegen eine Schutzgebühr erwerben.
Tagungsunterlagen

Die vollständigen Teilnehmer-Tagungsunterlagen aller

Dresdner Verpackungstagungen
bis 2004 können bei der WGFV bestellt werden.
Sie enthalten neben den Fachvorträgen auch die Referenten- und Teilnehmerlisten.
(zur Bestellung, - weitere Kontaktmöglichkeiten)

Ab 2005 richten Sie Ihre Nachfrage bitte an das für die Veranstaltung federführende dvi.
Literatur
"Verpackungsprüfung" ist der Titel eines komprimierten Leitfadens, den BFSV-Mitarbeiter Dipl.-Ing.Frank Volkmann gemeinsam mit Dr. Monika Kassmann, Dresden, und Prof. Dr.-Ing. Eugen Herzau, Leipzig, verfasst hat.
Das Buch stellt mit Hilfe typischer Transportketten und ihrer üblichen Versandbelastungen erstmals die Zusammenhänge zwischen Logistik und Verpackung übersichtlich dar. Die Autoren erläutern umfassend und verständlich die Verpackungs- und Versandpraxis und zeigen die rechtlichen Hintergründe.
"Verpackungsprüfung" ist 2010 in der Reihe "Beuth Praxis" im Berliner Beuth Verlag erschienen. Es liegt als Buch und außerdem als e-Book vor.
Weiter Informationen finden Sie direkt beim Verlag.